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Lorikäfig, Leiter mit vier Stufen und Geister

Was man in Vietnam, besonders hier im Urwald, beim täglichen Arbeiten nicht alles so beachten muss!Weil wenn man nämlich nicht alles bedenkt, hetzt man sich vielleicht ungewollt sogar die Geister auf den Hals,...und das wollen wir ja unbedingt vermeiden.Aber nun der Reihe nach: Wir wollen die Quarantänestation des Endangered Primate Center endlich von Plumploris leeren. In Zukunft sollen hinter der Quarantäne keine Loris mehr in kleinen Käfigen untergebracht werden, weil es einfach zu laut von allen Seiten ist. Wir werden unsere Lori-Quarantäne also vor dem eigentlichen Quarantänegebäude machen. Und alle anderen Loris, die ihre Quarantänezeit bereits abgeschlossen haben, entweder wieder flux entlassen oder in anderen Käfigen im Center unterbringen.Wir sind also derzeit eifrig dabei, neue Käfige zu bauen. Zudem haben wir drei unserer kleinen grünen Käfige in unser neues Gebiet gebracht, was wir erst vor Kurzem dazubekommen haben und was gut mit Bäumen bewachsen und recht ruhig gelegen ist.Die Keeper-Boys haben also die Käfige ins neue Gebiet geschleppt und sie um einen großen Baum herum gruppiert und dort auch erhöht gleich befestigt.Eigentlich ganz gut gemacht. Dann kamen aber die Keeper-Girls, die normalerweise die Loris pflegen und säubern und füttern. Diese haben gejammert, dass einer der Käfige so hoch angebracht wurde, dass sie nun nicht mehr rankämen. Die Boys haben ein bisschen hämisch gegrinst. dann aber doch eingewilligt eine Leiter Leiter zu bauen. Es ist immer wieder beachtlich, was die Einheimischen hier in kurzer Zeit so aus Bambus zusammenzimmern können und auch wie viel Spaß es ihnen zu machen schien. Schon nachmittags, wo die Leiter fertig war und am Käfig angebracht wurde, gab es gleich Anmerkungen, dass eine Leiter mit vier Stufen nicht ginge, da das Unglück bringe. Aber das Gegenargument war, das hier ist ja eine Arbeitsstätte und kein Daheim, da würde das wohl nicht zählen. Die Boys wieder nur gegrinst und abgewunken. Nächsten Morgen sagt die Pflegerin, die die Loris reinigen und die Futternäpfe zurückbringen sollte, sie macht das nicht, die Leiter hat vier Stufen. Das bringt Unglück. Niemand würde in Vietnam auf eine vierstufige Leiter steigen. Sie ließ sich auch partout nicht überzeugen. Sie war so verbissen, dass sie darauf beharrte, wenn die Leiter nicht abgeändert würde , dann müssten die Boys eben die Loris in jenem Käfig selbst versorgen.Also hab ich die Keeper-Boys aherngerufen und sie zur Rede gestellt. Sie wüssten doch wohl, dass vier Stufen an einer Leiter Unglück bedeuten. Doch sie winkten ab und sagten, das macht gar nichts....Aber so wie sie verschmitzt gelacht haben, war mir ziemlich klar , dass sie es mit Absicht gemacht haben. Also musste ich sie anweisen, die Leite bitte zu ändern. und das ging auch ganz fix, denn es wurde einfach die oberste Stufe wieder entfernt. Lieber drei Stufen und oben noch einen bisschen größeren Abstand, als die unglücksringenden vier Stufen!! Zudem haben die Mädels mich dann noch wissen lassen, dass es eh eine bescheuerte Idee war, die Lori-Käfige in einem Gebiet aufzustellen, wo es sowieso bereits viele Geister dort gäbe. Für uns Westler ist das leider nicht immer ganz erkennbar. Wir sehen ein Fleckchen ruhigen Wald und denken, das ist ideal für die Tiere. Woher sollen wir ahnen , dass es dort gerade Geister gibt. Die Leute hier fürchten sich wirklich sehr vor Geistern. Überall, wo Gräber sind/ waren und die Seelen der Verstorbenen sind, gibt es natürlich auch Geister. und man muss schon ganz vorsichtig und behutsam sein, dass man diese nicht verärgert. Vor Jahren hätte ich sicher noch drüber gelächelt. unterdessen aber bin ich so viele Jahre hier in Vietnam, und besonders hier im Wald und ich habe eine Ahnung davon gekriegt, was es bedeutet.Selbst die Boys, wenn sie nachts im Wald entlassene Loris trocken sollen, wehren sich ganz stark in etliche Gebiete zu gehen, weil es dort Geister gibt. Jedes Mal, wenn wieder mal ein neuer Nestler kommt und sagt, sie sollen sich nicht so haben und über den Geisterglauben lacht, kommen unsere Leute hier echt in Bedrängung. Sie sagen, dann Dinge, wie ja euch Western können die Geister vielleicht nichts anhaben, aber ihr versteht nicht, was mit uns passiert.Und ganz ehrlich über die Jahre kriegt man eine vage Ahnung davon. Unweit von meinem Häuschen, wo ich wohne, war eine Stelle, wo alle wussten, dass es dort einen Geist gibt. Und ganz ehrlich , dann und wann konnten sogar wir Westler spüren, wenn wir vorbei gingen, dass dort etwas ist. Aus welchen Grund auch immer, vor etwas mehr als einem Jahr ist der Geist von dort verschwunden. Alle sagen das. und ich hab auch nie wieder etwas bemerkt. Da wird vielleicht klar, auf was man alles achten muss, wenn man hier mit den Einheimischen im Dschungel arbeitet.Dabei haben wir das damals bei unserer Ausbildung zum Zootierpfleger gar nicht vermittelt gekriegt.
29.5.19 14:55


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Lorikäfig, Leiter mit vier Stufen und Geister

Was man in Vietnam, besonders hier im Urwald, beim täglichen Arbeiten nicht alles so beachten muss!Weil wenn man nämlich nicht alles bedenkt, hetzt man sich vielleicht ungewollt sogar die Geister auf den Hals,...und das wollen wir ja unbedingt vermeiden.Aber nun der Reihe nach: Wir wollen die Quarantänestation des Endangered Primate Center endlich von Plumploris leeren. In Zukunft sollen hinter der Quarantäne keine Loris mehr in kleinen Käfigen untergebracht werden, weil es einfach zu laut von allen Seiten ist. Wir werden unsere Lori-Quarantäne also vor dem eigentlichen Quarantänegebäude machen. Und alle anderen Loris, die ihre Quarantänezeit bereits abgeschlossen haben, entweder wieder flux entlassen oder in anderen Käfigen im Center unterbringen.Wir sind also derzeit eifrig dabei, neue Käfige zu bauen. Zudem haben wir drei unserer kleinen grünen Käfige in unser neues Gebiet gebracht, was wir erst vor Kurzem dazubekommen haben und was gut mit Bäumen bewachsen und recht ruhig gelegen ist.Die Keeper-Boys haben also die Käfige ins neue Gebiet geschleppt und sie um einen großen Baum herum gruppiert und dort auch erhöht gleich befestigt.Eigentlich ganz gut gemacht. Dann kamen aber die Keeper-Girls, die normalerweise die Loris pflegen und säubern und füttern. Diese haben gejammert, dass einer der Käfige so hoch angebracht wurde, dass sie nun nicht mehr rankämen. Die Boys haben ein bisschen hämisch gegrinst. dann aber doch eingewilligt eine Leiter Leiter zu bauen. Es ist immer wieder beachtlich, was die Einheimischen hier in kurzer Zeit so aus Bambus zusammenzimmern können und auch wie viel Spaß es ihnen zu machen schien. Schon nachmittags, wo die Leiter fertig war und am Käfig angebracht wurde, gab es gleich Anmerkungen, dass eine Leiter mit vier Stufen nicht ginge, da das Unglück bringe. Aber das Gegenargument war, das hier ist ja eine Arbeitsstätte und kein Daheim, da würde das wohl nicht zählen. Die Boys wieder nur gegrinst und abgewunken. Nächsten Morgen sagt die Pflegerin, die die Loris reinigen und die Futternäpfe zurückbringen sollte, sie macht das nicht, die Leiter hat vier Stufen. Das bringt Unglück. Niemand würde in Vietnam auf eine vierstufige Leiter steigen. Sie ließ sich auch partout nicht überzeugen. Sie war so verbissen, dass sie darauf beharrte, wenn die Leiter nicht abgeändert würde , dann müssten die Boys eben die Loris in jenem Käfig selbst versorgen.Also hab ich die Keeper-Boys aherngerufen und sie zur Rede gestellt. Sie wüssten doch wohl, dass vier Stufen an einer Leiter Unglück bedeuten. Doch sie winkten ab und sagten, das macht gar nichts....Aber so wie sie verschmitzt gelacht haben, war mir ziemlich klar , dass sie es mit Absicht gemacht haben. Also musste ich sie anweisen, die Leite bitte zu ändern. und das ging auch ganz fix, denn es wurde einfach die oberste Stufe wieder entfernt. Lieber drei Stufen und oben noch einen bisschen größeren Abstand, als die unglücksringenden vier Stufen!! Zudem haben die Mädels mich dann noch wissen lassen, dass es eh eine bescheuerte Idee war, die Lori-Käfige in einem Gebiet aufzustellen, wo es sowieso bereits viele Geister dort gäbe. Für uns Westler ist das leider nicht immer ganz erkennbar. Wir sehen ein Fleckchen ruhigen Wald und denken, das ist ideal für die Tiere. Woher sollen wir ahnen , dass es dort gerade Geister gibt. Die Leute hier fürchten sich wirklich sehr vor Geistern. Überall, wo Gräber sind/ waren und die Seelen der Verstorbenen sind, gibt es natürlich auch Geister. und man muss schon ganz vorsichtig und behutsam sein, dass man diese nicht verärgert. Vor Jahren hätte ich sicher noch drüber gelächelt. unterdessen aber bin ich so viele Jahre hier in Vietnam, und besonders hier im Wald und ich habe eine Ahnung davon gekriegt, was es bedeutet.Selbst die Boys, wenn sie nachts im Wald entlassene Loris trocken sollen, wehren sich ganz stark in etliche Gebiete zu gehen, weil es dort Geister gibt. Jedes Mal, wenn wieder mal ein neuer Nestler kommt und sagt, sie sollen sich nicht so haben und über den Geisterglauben lacht, kommen unsere Leute hier echt in Bedrängung. Sie sagen, dann Dinge, wie ja euch Western können die Geister vielleicht nichts anhaben, aber ihr versteht nicht, was mit uns passiert.Und ganz ehrlich über die Jahre kriegt man eine vage Ahnung davon. Unweit von meinem Häuschen, wo ich wohne, war eine Stelle, wo alle wussten, dass es dort einen Geist gibt. Und ganz ehrlich , dann und wann konnten sogar wir Westler spüren, wenn wir vorbei gingen, dass dort etwas ist. Aus welchen Grund auch immer, vor etwas mehr als einem Jahr ist der Geist von dort verschwunden. Alle sagen das. und ich hab auch nie wieder etwas bemerkt. Da wird vielleicht klar, auf was man alles achten muss, wenn man hier mit den Einheimischen im Dschungel arbeitet.Dabei haben wir das damals bei unserer Ausbildung zum Zootierpfleger gar nicht vermittelt gekriegt.
29.5.19 14:55


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