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   25.03.16 15:40
    Schöne Geschichte, Elke.






Wenn der Zirkus nach Cuc Phuong kommt

Gestern war es endlich wieder so weit, ein Wander-Zirkus kam in unser kleines Cuc Phuong.Als ich nach der Arbeit heim bin, hab ich in der Ferne schon Musik und Lautsprecherdurchsagen vernommen und dachte so bei mir: Wenn das mal kein Zirkus ist. Doch irgendwie geriet es wieder in Vergessenheit, weil schon sooo lange (etwa 6 Jahre) kein Zirkus mehr in Cuc Phuong war.Und als ich dann abends beim Füttern von Affen- und Ziegenbaby war, riefen meine Keeper an, sagten der Zirkus ist da, sie holen mich jetzt gleich ab.Also los, nach Hause, gute Kamera geschnappt. Und auf nach Bai Ca, wo das Fußballfeld und das kleine Kulturhaus ist.Die Straße war schon gefüllt mit Familien auf Motorrädern. Aber es gab wie immer auch genügend Dorfpolizisten, die für Ordnung sorgten. Kurz nach 20 Uhr gings los. Meine Freunde waren natürlich happy, dass ich ihnen die Tickets sponsorte. (Ewachsene 40 000,- und Kids 20 000,- VND, was für die einfachen Dörfler hier schon ne Menge Geld ist.) Das Witzigste war aber, eine Weile nach dem die Veranstaltung schon lief, machten sie dann das Tor für alle auf. Jeder, der wollte konnte kostenlos rein. Und das nutzten sogar einige gleich mit ihrem Motorroller in den Zirkus reinzufahren. Das ist gar keine so dumme Idee, denn dann hat man nämlich in einem Steh-Zirkus sogar einen Sitzplatz.Die Vorstellung an sich war recht vietnamesisch. Ich bezweifel, dass es so etwas noch irgendwo anders auf dieser Welt gibt.Den Anfang machte ein dressierter Rhesusaffe mit kupiertem Schwanz. Er konnte so allerhand Kunststücke vorführen ( Fahrrad fahren, Reis stampfen, am Reck Vorwärts- und Rückwärtsrollen machen,..) Eben ein sehr gelehriges Tier.Dann wurden vier freiwillige Jungs gesucht, die auf die Bühne kommen sollten. Also 4 Cuc Phuong Kids, hoch erfreut und aufgeregt, klettern auf die Bühne, sollen die Arme einander um die Schultern legen. Wird bissel gewitzelt, dass das recht schwul aussieht. Dann die Augen fest schließen. Und dann kommt von hinten jemand mit einer großen Python, die den Jungs auf die Schultern gelegt wird.Klar, waren ein paar ein bisschen ängstlich, aber eigentlich haben sie es ganz gut gemacht. Aber der Dompteur musste dann weiter mahen und den Kids den Kopf der Python ganz dicht vor ihre Gesichter halten bzw in ihre Hosenbunde stecken. Naja.Dann kam eine hübsche Frau in kurzem Glitzerkleid, die ein bisschen mit Feuer spielte. War zwar recht hübsch für einen Zirkus in Cuc Phuong, wohl aber kaum vergleichbar mit der Feuershow im Singapore Zoo.Dann kam noch eine Tierdressur, zwei Hunde, die durch irgendwelche Reifen sprangen und sich gegenseitig in einem Wägelchen über die Bühne schoben.Und dann kam ein Pop-Sänger, gut aussehend und mit lauter Stimme, der irgendein bekanntes Lied schmetterte Im Anschluss an seinen Song fragte er das Publikum, ob wir bei Facebook sind. Und meinte wir sollten uns alle mit ihm über Facebook verbinden und in Kontakt bleiben. Zu schön um wahr zu sein, einen bekannten Pop-Sänger als Facebookfreund zu haben. Leider hab bereits seinen Namen vergessen, und unglücklicherweise haben meine Keeper auch bereits seinen Namen vergessen.Aber das allerkrasseste kam dann. Und dabei fing es recht harmlos an. Derselbe Typ, der die Pythonnummer aufgeführt hat, kam wieder auf die Bühne und mit ihm der Ansager/ Direktor. Letzterer wollte dem Artisten 4 Nägel in den Körper einschlagen. Also hat der die Muskeln angespannt und der Direktor stach ihm die 4 Nadeln/ Nägel in die Haut (je eine in jeden Oberarm und zwei weiter in den oberen Rücken). Es floss ein klitzekleines bisschen Blut.Aber das war längst noch nicht alles: Nun nahm der Direktor einen Metallhaken, so eine Art Angelhaken und befestigte ihn am Hals des Artisten. Nun hing also dieser Angelhaken am Hals befestigt und an diesem Haken befand sich noch ein langer Strick. Das sah schon unschön aus. Doch dann wurde an diesem Strick noch eine hundeschwere asiatische Pflanzschale/ eine Art Keramik Blumentopf befestigt. Jeder hier kennt diese Dinger und weiß wie schwer sie sind.Der Artist hat sich dann aufgerichtet, den Topf an dem Strick von seinem im Hals befestigten Haken hängend. Eigentlich sah es nur widerlich aus, und viele Zuschauer konnten und wollten nicht hingucken, denn es war auch widerlich.Doch dann war plötzlich klar, was dies Nummer bezweckte. Im Hintergrund wurde ein bekanntes Lied gespielt. Dieses Lied wurde vor fünf Jahren plötzlich superpopulär. Es wurde ursprünglich von einem mongolischen Jungen, der ohne seine Eltern aufwachsen musste, in „Chinas got Talent Show“ vorgetragen und hat seither Tausende zu Tränen gerührt. Davon gibt es auch eine Vietnamesische Version, die nun im Hintergrund gespielt wurde. Der Ansager erzählte über die Härten des Lebens, dass dieser Artist auch Waise ist und er für seine beiden jüngeren Geschwister sorgen muss, die beide gelähmt sind. Aber mit viel Schweiß und Tränen kann man es zu etwas bringen und sein Leben bestreiten. Und dann liefen die Zwei durchs Publikum und baten die Zuschauer um Spenden. Vornweg der Direktor mit Spendenschale, hinterher der Artist mit dem Angelhaken in der Halshaut an dem der Strick mit dem Pflanztopf runterhing. Beide machten dabei ein recht erbärmliches Gesicht.Hab keine Ahnung wieviel an Spenden bei solch einer Veranstaltung zusammenkommen mögen, schließlich sind sie fast 15 Minuten durch die Zuschauer gelaufen.Aber diese Art um Geld zu bitten scheint in Vietnamesischen Wanderzirkussen Tradition zu haben. Ich erinnere mich noch gut an den Zirkus, der vor 6 Jahren nach Cuc Phuong kam. Plötzlich trat ein Liliput-Mensch auf die Bühne und sang ein oder zwei Lieder. Er sang wirklich schön. Doch danach kam eine lange Ansage, dass wir behinderte Menschen im Leben unterstützen müssen und wie schwer sie es doch haben. Und danach wurde eben Geld gesammelt. Und damals, kam fast jeder Zuschauer einzeln nach vorn, um Geld in die Spendenschale des Liliput zu werfen.Nach dieser gruseligen Einlage kam noch ein Zaubertrick mit einem Seil, den der Direktor persönlich vorführte.Und dann war auch schon fast Schluss.Es wurde das Tor geöffnet, ...und ein Vogel Strauß reingeschoben.Als der dann widerwillig unterhalb der Bühne stand und und von drei Leuten festgehalten wurde, hatten die Zuschauerkids die Möglichkeit sich draufsetzen zu lassen.Es war weit entfernt von dem , was man sich so unter Straußenreiten vorstellt, weil das Draufsitzen nur wenige Sekunden dauerte, gerade mal so viel, dass man vielleicht ein schnelles Foto machen konnte.Und dann gegen 21.30 Uhr war der Zirkus auch schon wieder vorbei. Die Dorfpolizisten wachten noch darüber, dass alle geordnet den Heimweg antraten.Na dann, bis zum nächsten Mal in ein paar Jahren.
8.9.17 02:52


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Mein kleines Mu Soi

Seit etwa zehn Tagen bin ich stolzer "Besitzer" eines Mu Soi.Was das ist? Das ist der Muong-Name für ein Spitzhörnchen. In meinem Falle für ein Northern Tree Shrew (Tupaja belangeri).Neulich hat mich jemand angerufen und meinte , ich habe ein Hörnchen, willst du es haben? Was denn für ein Hörnchen? Wir haben hier ja einige Hörnchen im Park, am häufigsten Rotbauchhörnchen und Tamiops. Aber sie sagte, es ist ein goldenes Hörnchen und es ist wunderschön.Das machte mich neugierig. Also ließ ich alles stehen und liegen und rannte fix nach Hause , um zu sehen , was sie wohl anbringen würde.Sie kam mit einem eng in eine Plastiktüte gewickeltem Tier an, von dem nur der Kopf rausguckte. Aber es war bereits erkennbar, dass es kein Hörnchen sondern irgendetwas Insektenfressendes war.Es war total gestresst. Die Pfoten eng zusammengeradelt, so dass es echt schwer war die Stricke abzumachen ohne dem Tier ins Fleisch zu schneiden.Sie sagte, die Dörfler haben es mit der Schlagfalle gefangen, um es zu essen. Da es aber noch lebte, hat sie gebeten, es abkaufen zu können. Also hat sie 20000VND (1 USD) bezahlt und es mir gebracht. Hab gestern im Internet gesehen, dass man so ein Tier zum Kauf angeboten kriegt für 1800 USD.Nun bin ich also stolzer Besitzer eines Tupaja. Erinnere mich noch, als ich Lehrling im Zoo war und wir Tupajas im Unterricht durchgenommen haben, da musste ich lange nach einem deutschen Zoo suchen, in dem diese Tiere überhaupt gehalten wurden.Also ist es schon eine willkommene Erfahren mal live zu sehen, wie sich so ein Tier verhält, was es frisst und so weiter.Die ersten Tage war es auch noch recht mitgenommen. Durch den Schlag ins Genick war es noch nicht ganz beisammen, aber auch so stand es echt unter Stress. So brauchte es auch eine Weile, bis es bei mir anfing zu fressen. Aber nun ist es recht verfressen: Frist alles mögliche Obst, Insekten, Ei und Fleisch.Ich werde es sicher noch ein Weilchen beobachten und studieren,...und dann wieder freilassen.Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig die Leute hier die eigenen Tiere vor der Haustür kennen. Und wenn sie sie identifizieren können, dann kennen sie nicht den vietnamesischen Namen, sondern nur den in Muong. MU SOI
5.2.17 01:38


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