* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback
   25.03.16 15:40
    Schöne Geschichte, Elke.






Mein kleines Mu Soi

Seit etwa zehn Tagen bin ich stolzer "Besitzer" eines Mu Soi.Was das ist? Das ist der Muong-Name für ein Spitzhörnchen. In meinem Falle für ein Northern Tree Shrew (Tupaja belangeri).Neulich hat mich jemand angerufen und meinte , ich habe ein Hörnchen, willst du es haben? Was denn für ein Hörnchen? Wir haben hier ja einige Hörnchen im Park, am häufigsten Rotbauchhörnchen und Tamiops. Aber sie sagte, es ist ein goldenes Hörnchen und es ist wunderschön.Das machte mich neugierig. Also ließ ich alles stehen und liegen und rannte fix nach Hause , um zu sehen , was sie wohl anbringen würde.Sie kam mit einem eng in eine Plastiktüte gewickeltem Tier an, von dem nur der Kopf rausguckte. Aber es war bereits erkennbar, dass es kein Hörnchen sondern irgendetwas Insektenfressendes war.Es war total gestresst. Die Pfoten eng zusammengeradelt, so dass es echt schwer war die Stricke abzumachen ohne dem Tier ins Fleisch zu schneiden.Sie sagte, die Dörfler haben es mit der Schlagfalle gefangen, um es zu essen. Da es aber noch lebte, hat sie gebeten, es abkaufen zu können. Also hat sie 20000VND (1 USD) bezahlt und es mir gebracht. Hab gestern im Internet gesehen, dass man so ein Tier zum Kauf angeboten kriegt für 1800 USD.Nun bin ich also stolzer Besitzer eines Tupaja. Erinnere mich noch, als ich Lehrling im Zoo war und wir Tupajas im Unterricht durchgenommen haben, da musste ich lange nach einem deutschen Zoo suchen, in dem diese Tiere überhaupt gehalten wurden.Also ist es schon eine willkommene Erfahren mal live zu sehen, wie sich so ein Tier verhält, was es frisst und so weiter.Die ersten Tage war es auch noch recht mitgenommen. Durch den Schlag ins Genick war es noch nicht ganz beisammen, aber auch so stand es echt unter Stress. So brauchte es auch eine Weile, bis es bei mir anfing zu fressen. Aber nun ist es recht verfressen: Frist alles mögliche Obst, Insekten, Ei und Fleisch.Ich werde es sicher noch ein Weilchen beobachten und studieren,...und dann wieder freilassen.Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig die Leute hier die eigenen Tiere vor der Haustür kennen. Und wenn sie sie identifizieren können, dann kennen sie nicht den vietnamesischen Namen, sondern nur den in Muong. MU SOI
5.2.17 01:38


Werbung


Mit Vietnamesen kann man nicht Schrott-Wichteln spielen

Ich weiß, der jetzige Blog ist etwas verspätet, da er noch mit Weihnachten zusammenhängt. Aber es ist so komisch, dass ich doch noch darüber berichten will.Fast alle Jahre in Deutschland haben wir vor Weihnachten mit Kollegen und/ oder Freunden einen Wichtelabend veranstaltet. Ein sogenanntes Schrott-Wichteln.Jeder Teilnehmer brachte eine paar „Geschenke“ , die in unauffälliges Zeitungspapier eingewickelt waren, mit. Das waren zumeist Dinge, von denen man sich trennen wollte. Vasen, die keiner braucht, Nippes, die eh schon viel zu lange rumstanden. Jeder in Deutschland kennt das doch, man hat die Wohnung voller Tünnef, der eigentlich nur im Wege rumsteht. Genau diese Dinge eignen sich bestens zum Wichteln. Man selbst will sie loswerden und eigentlich will niemand anderes sie haben, weil sie bis zum nächsten Wichteln ja auch nur rumstehen würden.Unter all den ungeliebten Gegenständen sind immer auch ein paar angenehme Geschenke dabei, eine Tafel Schokolade, Pralinen, Schaumbad,..Als Sonya und ich beschlossen, mit einigen unserer Keeper hier zu wichteln, hatten wir hauptsächlich „nicht-schrottige“ Dinge. Vom Zoo-Schlüsselband über Matchbox Auto, Lippenpflegestift, Einkaufsbeutel, Kinderzahnbürsten. Das hässlichste war eigentlich ein Plastik Superman. Das beste eine Nivea Intensivpflege Creme.Am Anfang werden alle Geschenke in die Mitte gepackt. Sie sehen ja recht ähnlich aus, unterscheiden sich nur in der Größe. Reihum wird gewürfelt. Bei einer 1 oder 6 darf man sich ein Geschenk nehmen. Wenn alle Geschenke aus der Mitte weg sind, wird ausgepackt. Nun sehen alle, was der andere so erbeutet hat. Die Geschenke werden vor der jeweiligen Person aufgestellt. Und nun beginnt der eigentliche Spaß: Es wird die Uhr auf Countdown für eine bestimmte Zeit gestellt, die den anderen nicht gesagt wird. Nun wird wieder reihum gewürfelt. Wer eine 1 hat, darf sich von jemandem anderen ein Geschenk aussuchen und nehmen (egal was und von wem). Wer eine 6 hat, muss eines seiner Geschenke an jemanden Anderen abgeben. Und wer eine 3 hat, sagt wer von den anderen Mitspielern ein Geschenk an wen abzugeben hat. Wenn der Countdown abgelaufen ist und die Uhr klingelt, ist das Spiel vorbei und jeder darf behalten, was er hat.Daheim ist es gewöhnlich so, dass jeder versucht so viel wie möglich von den schrottigen Gegenständen loszuwerden. Und möglichst etwas von dem wenigen Brauchbaren zu erbeuten.IN VIETNAM IST DAS GAAAANZ ANDERS: In den Augen meiner vietnamesischen Mitspieler gab es nämlich praktisch nichts, was wertlos ist. Alles wird gebraucht. Manches ist halt ein klein wenig mehr begehrt, wie z.B. die gute Nivea Creme. Aber es gibt faktisch nichts, was nicht einen Gewinn darstellen würde. Selbst der Plastik Superman stellt ja schließlich noch ein willkommenes Spielzeug dar.Auch die Spielstrategie hier hat mich recht fasziniert. Sonya und ich, die ja das Spiel vorbereitet hatten, waren in den Augen der Vietnamesen offensichtlich „die reichen Westler“, die eigentlich nichts brauchen, weil sie ja alles sich leisten können. So kam es auch, dass jederDer eine 1 würfelte und sich somit etwas von einem anderen aussuchen durfte, zuerst bei mir und später als ich schon komplett geschenkelos war, dann auch von Sonya nahm. Auch bei Hanh sah es zu Ende des Spiels recht traurig nahm, da sich ihre „Freunde“ als nicht wirklich „wahre Freunde“ entpuppten und sich auch ordentlich bei ihr bedienten. Ihr blieb , glaube ich, di Kinderzahnbürste. Wenigstens was.Erstaunlicherweise blieb die gute Creme in der Familie bei Hue und Hien, die sie sich immer hin und her schoben. Am erfolgreichsten war Nga, die immer wie eine Besessene spielt, wenn wir Westler irgendein Spiel mit Gewinnchancen mit unseren Vietnamesen spielen. Sie gewann recht bald den schönen Einkaufsbeutel,... und packte alle ihre Geschenke einfach da rein. Somit konnte eigentlich niemand sehen oder erahnen, was denn zur Auswahl steht.Am Ende des Spiels hatte Nga einen vollen Beute, Sonya und ich gar nicht, Hanh fast nichts,... und alle einen Lachmuskelkater. Immer wieder denke ich, wenn meine Keeper während der Arbeit solche enorme Einsatzbereitschaft zeigen würden wie bei Spielen, dann würde die Arbeit echt flutschen.Die Kids der Keeper verstanden an dem Tag scheinbar die Welt nicht mehr. Weil nach unserem gemeinsamen Weihnachts-Kaffeetrinken, sagte ich, heute spielen mal nur die Erwachsenen. Und den Kids blieb nur übrig zuzuschauen.Ich glaube , die Keeper können schon kaum erwarten, dass ein nächstes Weihnachten und ein nächstes Wichteln kommt.
13.1.17 04:45


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung